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Zu viele Unfälle - Land NRW verklagt

Hemer. Autoblech krachte im vergangenen Jahr auf der Hönnetalstraße verdächtig häufig aufeinander, und so wurde die Auffahrt vom Tal in Richtung Deilinghofen zu einem Unfallschwerpunkt 2006.


Dass dies nur an der fehlenden Fahrkunst der Autofahrer gelegen haben soll, möchte ein Betroffener so nicht glauben. Er klagt gegen das Land wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht. Einmal mehr geht es vor Gericht um die Haftung auf Straßen.

Der Hemeraner war mit seinem Mercedes im Februar auf der eisglatten Fahrbahn der Hönnetalstraße ins Schleudern geraten. Die Bilanz: vier beschädigte Fahrzeuge, zwei verletzte unfallbeteiligte Personen.
Nach Ansicht von Rechtsanwalt Stefan Harmuth war der Unfall für seinen Mandanten unvermeidbar: "Er ist ein erfahrender Autofahrer, hatte gar keine Chance."

Sein Mandant sei mit angepasster Geschwindigkeit bergauf einfach nur geradeaus gefahren, dann sei der Wagen aber auf Eis ausgebrochen. Die Polizei protokollierte damals: ,"Zur Unfallzeit war die Straße total vereist, so dass sich die Einsatzkräfte nur mühsam auf den Beinen halten konnten. Die Bergung der Fahrzeuge konnte erst, nachdem die Fahrbahn vom Landesbetrieb Straßenbau NRW abgestreut worden war, stattfinden". Nach Ansicht des Klägers hätte das Land an dem bekannten Unfallschwerpunkt rechtzeitig abstreuen und die bekannte Gefahrenstelle beseitigen müssen.

Nach Ansicht des Rechtsanwaltes des Landes handelt es sich bei der Unfallstelle weder um eine gefährliche Stelle, noch um eine verkehrswichtige Straße. Demnach bestehe gar keine Räum- und Streupflicht. Selbst die "allgemeine Glättebildung" habe es nicht gegeben: "Auf die durch winterliche Witterung entstehenden Gefahren muss sich grundsätzlich jeder Autofahrer selbst einstellen", schreibt die Gegenseite. Dem Land sei der Unfallschwerpunkt zudem nicht bekannt.

Manche Verkehrsunfälle auf "tückischen Glatteisfallen" im vorletzten Winter 2005/06 ähnelten diesem Geschehen auf der Hönnetalstraße, so dass betroffene Verkehrsteilnehmer mit Spannung auf die in der nächsten Woche anstehende Entscheidung des Hagener Landgerichtes blicken.

 

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