Harmuth & Kollegen

Rechtsanwälte

Rechtsberatung bundesweit

Wenn der Traumurlaub zum Alptraum wird!

Schon bald beginnt für viele die Urlaubszeit. Doch was, wenn sich der geplante Traumurlaub zu einem Alptraum entwickelt? Dann ist es wichtig, dass die sog. Reismängel (wie bspw. ein dreckiges Hotelzimmer, kaltes oder ungenießbares Essen, abgenutzte oder kaputte Einrichtungs-und Wohngegenstände…) juristisch korrekt gerügt werden. Nur so können später etwaige Ansprüche erfolgreich durchgesetzt werden.

Zunächst müssen Sie die festgestellten Mängel dem örtlich zuständigen Reiseleiter mitteilen.  Ein Beanstanden an der Rezeption, dem Zimmerservice oder bei einem Kellner ist hingegen wirkungslos. Sofern am Urlaubsort keine Reisleitung zugegen ist, so nehmen Sie telefonisch Kontakt zum Reiseveranstalter auf. Aber Vorsicht: mit Reiseveranstalter ist nicht das Reisebüro selbst gemeint.

Wichtig ist zudem, dass die Mängel sehr detailliert protokolliert werden. Hat der Reiseleiter kein dafür vorgefertigtes Formular dabei, so müssen Sie selbst ein Mängelprotokoll führen. Die Geltendmachung der Ansprüche ist erst ab dem Tag der Mängelanzeige möglich, sodass eine detaillierte Mängelauflistung nebst detaillierter Auflistung des Zeitpunkts der Beanstandung notwendig ist. Sichern Sie zudem Beweise, d.h. machen Sie Fotos, notieren sich die Namen der Mitreisenden usw.

Nach Rückkehr aus Ihrem Urlaub haben Sie dann genau 1 Monat Zeit, Ihre Ansprüche bei dem Reiseveranstalter geltend zu machen. Aus dem Schreiben muss unmissverständlich hervorgehen, dass Sie den Reisepreis anteilig erstattet haben möchten. Die Höhe der Erstattung hängt von Dauer, Anzahl und Gewicht der Mängel ab. Diese Monatsfrist nach Reiseende ist eine Ausschlussfrist, d.h. nach dessen Ablauf ist eine Geltendmachung Ihres Rechts aufgrund von Reismängeln nicht mehr möglich.  

Sollte sich Ihr Urlaub nicht so schön gestalten, wie ursprünglich geplant und stellen Sie in Ihrem Urlaub Reisemängel fest, so  wenden Sie sich damit an uns. Wir helfen Ihnen gerne Ihre Rechte diesbezüglich durchzusetzen.

Rententipp: Stärkung des Ehrenamtes

Ehrenamtlich engagierte Rentner, die eine Aufwandsentschädigung für ihr ausgeübtes Ehrenamt erhalten, müssen dieses „Einkommen“ nicht als Hinzuverdienst bei der Rentenversicherung angeben. Grundsätzlich gelten für alle, die vor der Regelaltersgrenze eine Rente beziehen, entsprechende Hinzuverdienstgrenzen. Die Rente wird bei Hinzuverdiensten ggf. gekürzt oder fällt sogar komplett weg. Für Aufwandsentschädigungen für die ehrenamtliche Arbeit galt aber auch schon bisher eine Sonderregelung. Diese wurde nunmehr bis zum 30.09.2020 verlängert.
Das heißt: Wer sich ehrenamtlich engagiert und dafür eine Aufwandsentschädigung bezieht braucht nicht zu befürchten, dass seine Rente gekürzt wird. Das gilt ausnahmslos für alle Ehrenämter. Allerdings darf durch diese Entschädigung kein Verdienstausfall ausgeglichen werden.

Betroffene sollten sich aber durchaus beraten lassen. Wenden Sie sich daher gerne an uns !

 

Erbausschlagung

Wenn ein Angehöriger verstirbt hat man selbstverständlich andere Dinge zu tun, als sich über ein etwaiges Erbe Gedanken zu machen. Dies kann aber rechtlich gesehen zu erheblichen Nachteilen führen. Denn nicht jedes Erbe ist etwas Positives. Hatte der Verstorbene z.B. Schulden, so werden auch diese weiter vererbt. Der Erbe tritt nämlich in ALLE Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein.

Neues EuGH-Urteil zum Streamen von Filmen, Serien und Sport im Internet

Fast jeder macht es, und das meist sogar ohne schlechtes Gewissen: Filme, Serien und Sportsendungen im Internet streamen. Etliche Internetseiten bieten mittlerweile Streamingdienste an und da es jeder macht kann es schon nicht so schlimm sein, mag man zunächst denken. Letzte Woche ist zu diesem Thema eine neue gerichtliche Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ergangen, die nun alles ändert.

April, April

Am kommenden Samstag ist es wieder einmal so weit. Viele nehmen den 1. April als Anlass für einen kleinen Scherz oder Streich. Der sogenannte Aprilscherz ist ein internationaler Brauch und wird weit über den Globus zelebriert. Um den Ursprung des Aprilscherzes ranken sich zudem zahlreiche Theorien, Mythen, und Vermutungen.

Zudem bewegen sich jedes Jahr aufs Neue viele Leute auf einem dünnen Pfad zur Strafbarkeit. So kam es schon oft vor, dass sog. Amoklauf-Androhungen oder Notfallanrufe zum Scherz durchgeführt wurden. Dort ist jedoch höchste Vorsicht geboten! Abgesehen davon, dass darüber wohl kaum einer tatsächlich lachen kann, entstehen durch die ausgelösten Rettungseinsätze erhebliche Kosten, wofür der Scherzbold natürlich aufkommen muss. Auch die strafrechtlichen Gesetze gelten am 1. April genauso, wie an allen anderen Tagen des Jahres.

Nachträgliche Entschädigung für Homosexuelle

Homosexualität sollte heutzutage zu der Vielfalt der Menschheit, ebenso wie eine Haut- oder Haarfarbe gehören. Es ist daher für viele nur schwer vorstellbar, dass Homosexualität einst sogar mit Gefängnisstrafen geahndet wurde.

Doch so liberal wie wir es heute sehen, ist es leider nicht immer gewesen. Seit Anbeginn der Bundesrepublik war Homosexualität etwas Verwerfliches und galt sogar als sittenwidrig. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte noch im Jahre 1957 den fragwürdigen § 175 des Strafgesetzbuches und ließ verlauten: „Gleichgeschlechtliche Betätigung verstößt eindeutig gegen das Sittengesetz“.

Abmahnungen wegen Filesharings – ein alter Bekannter ist nicht totzukriegen!

Auch wenn die Thematik nach Jahren des Hochkochens aus den Medien weitgehend verschwunden ist, so ist die Zahl der urheberrechtlichen Abmahnungen wegen Filesharings (Downloads von Musiktiteln, Filmen, Hörbüchern, Software aus dem Internet) keineswegs gesunken. Insbesondere auf Grund einer Vielzahl aktueller Gerichtsentscheidungen hat das Thema an Brisanz sogar dazugewonnen.

Noch immer können wir hier – nunmehr seit dem Jahre 2006 – eine Quote von 99% erfolgreicher Forderungsabwehr nachweisen, und zwar vollständiger Forderungsabwehr, nicht bloß teilweiser Abwehr, wie man sie erreicht, wenn sogenannte „modifizierte Unterlassungserklärungen“ abgegeben werden, die in den hiesigen Fällen oftmals schlicht ein völlig falsches Instrument sind. Der Anwalt, der, anstatt dezidiert und mit einigem Aufwand seitenweise auf die einzelnen Punkte einer Abmahnung einzugehen, dem Mandanten einfach nur rät, eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben, erweist diesem im allgemeinen einen „Bärendienst“, weil das kostenmäßig unter Berücksichtigung des Anwaltshonorars gegenüber den Ursprungsforderungen der Abmahnerseite kaum erwähnenswert ins Gewicht fällt.

Bei uns ist die vollständige und bedingungslose Forderungsabwehr das Ziel, welches von wenigen besonders gelagerten Ausnahmefällen abgesehen auch regelmäßig erreicht wird.

Anordnung zum Führen eines Fahrtenbuches!

Wenn die zuständige Verkehrsbehörde nach einem Verstoß gegen verkehrsrechtliche Normen den Fahrer nicht ermitteln kann und der Fahrzeughalter keine Auskünfte darüber geben möchte, so kann die zuständige Verkehrsbehörde die Führung eines Fahrtenbuchs gem. §31a StVZO anordnen. Die Rechtsprechung hat dem aber Grenzen gesetzt und die im Gesetz vage formulierten Voraussetzungen konkretisiert:

Zum einen muss der Verstoß gegen das Straßenverkehrsrecht erheblich sein. Grundsätzlich ist dafür eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erforderlich. Bei nicht schwerwiegenden Verstößen, wie beispielsweise bei Parkverstößen, ist die Auflage nur dann zulässig, wenn es sich um zahlreiche Verstöße dieser Art handelt.

Zudem muss die Behörde rechtzeitig und hinreichend ermittelt, und alle ihr zumutbaren Möglichkeiten ausgeschöpft haben. Die Bezeichnung „Unmöglichkeit“ ist also wörtlich zu nehmen. Die Behörde hat nach dem Verstoß 2 Wochen Zeit, den Fahrzeughalter bezüglich des Fahrzeugführers zu befragen. Danach liegt keine Unmöglichkeit mehr vor, da man von einem Halter nicht erwarten kann, dass dieser sich über diese 2 Wochen hinaus an jeden Fahrer seines PKWs erinnern kann.

Ebenso ist die Anordnung unzulässig, wenn zwar durch Mithilfe des Halters der Fahrzeugführer ermittelt wurde, dieser aber von einem ihm zustehenden Aussageverweigerungsrechts Gebrauch macht.

Ferner muss die Anordnung verhältnismäßig zum begangenen Verstoß sein, da sie einen erheblichen Eingriff darstellt. Dafür muss das Führen eines Fahrtenbuches v.a. geeignet, erforderlich und das mildeste Mittel sein.

Im Straßenverkehrsrecht haftet grds. der, der den Verstoß begangen hat. Die zu erfolgende Strafe einfach auf den Fahrzeughalter abzuwälzen ist nicht zulässig. Da man aber von dem Halter erwarten kann, dass dieser weiß, wer seinen PKW wann gefahren hat, ist die Anordnung zur Führung des Fahrtenbuches unter den vorgenannten Voraussetzungen, aber auch nur dann, zulässig.

Der §31a StVZO ist aber eine sogenannte „Kann-Vorschrift“, und erfordert somit eine Ermessensentscheidung der Behörde, die folglich jeweils im Einzelfall zu entscheiden ist.

Der Rechtsweg führt hier nicht zu den Strafgerichten, sondern zu den Verwaltungsgerichten, da es sich bei der Anordnung um einen Verwaltungsakt handelt.

Erwachsenenadoption nach §1767-§1772 BGB

Nicht selten bestehen familiäre Beziehungen, obwohl die Personen nicht miteinander verwandt sind. Gerade in Zeiten von Patchwork-Familien kommt dies immer häufiger vor. Die Parteien fühlen sich zwar wie eine Familie, sind es aber vor dem Gesetz nicht, dass heisst sie haben weder Pflichten noch Rechte. Bei vielen wächst dann der Wunsch, diese familiäre Beziehung auch vor dem Gesetz besiegeln zu lassen. Was viele allerdings nicht wissen: dies ist auch dann noch möglich, wenn der/die zu Adoptierende bereits schon volljährig ist.

Doch wie läuft ein solches Adoptionsverfahren ab?

Zunächst müssen die Beteiligten eine Annahmeerklärung unterzeichnen und diese notariell beurkunden lassen. Sodann werden diese nebst Antrag auf Adoption an das Familiengericht versandt, welches sich dann in einem mündlichen Termin einen eigenen Eindruck von der Gesamtsituation verschafft und über die Zulässigkeit der Adoption entscheidet. Eine Ablehnung erfolgt i.d.R. nur dann, wenn das Gericht die Adoption als sittenwidrig erachtet.

Zu unterscheiden gibt es in rechtlicher Hinsicht die „schwache“ Adoption, bei der lediglich ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Betroffenen entsteht, und alle weiteren Familienmitglieder (abgesehen der Kinder des/der Adoptierten) völlig unberührt bleiben. Des Weiteren gibt es die „starke“ Adoption, wobei ein Verwandtschaftsverhältnis zu jeweils allen Verwandten der Beteiligten entsteht. Durch die Adoption erlischt zudem die Verwandtschaft zu den leiblichen Familienmitgliedern.

Rechtlich hat diese Unterscheidung insbesondere deshalb eine hohe Bewandtnis, da sich u.a. anhand des gesetzlichen Verwandtschaftsverhältnisses die Unterhaltspflichten (z.B. bei Pflegebedürftigkeit) oder die Erbenberechtigung bestimmen.

Die „schwache“ Adoption entfaltet die gleiche rechtliche Wirkung wie die Adoption eines Minderjährigen. Deshalb wird grds. bei der Erwachsenenadoption die „schwache“ Wirkung angenommen. Welche Wirkung jedoch eintreten soll, können die Parteien durch den Antrag beim Gericht selbst entscheiden.

Die gefürchtete MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung)!

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Fahrerlaubnisbehörden eine medizinisch-psychologische Untersuchung verlagen können.

Alkohol

Grundsätzlich erlaubt ist alles bis 0,5 Promille. Autofahrer, bei denen jedoch mehr gemessen wird, müssen mindestens mit 500€ Bußgeld, 2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot rechnen. Bei mehr als 1,1 Promille droht zudem der Führerscheinentzug, ab 1,6 Promille die gefürchtete MPU. Die Führerscheinbehörden können aber auch bei niedrigeren Promillewerten eine MPU verlangen, beispielsweise wenn die Annahme besteht, dass der auffällig gewordene Fahrer ein Alkoholproblem hat oder wiederholt unter Alkoholeinfluss am Steuer erwischt wird. Hier ist jedoch immer der Einzelfall entscheidend.

Drogen

Die Teilnahme am Straßenverkehr unter Drogeneinfluss führt in der Regel sofort zum Entzug der Fahrerlaubnis. Dabei ist es meist egal, ob Sie als Fahrer, Beifahrer oder Fußgänger erwischt werden. Die Fahrerlaubnisbehörde spricht zunächst jedem, der unter Drogen auffällig geworden ist, die Eignung zum Führen eines PKW ab. Einzige Ausnahme ist der einmalige Konsum von Cannabis, wobei auch dort der Einzelfall entscheidend ist.

Zu viele Punkte in Flensburg

Seit Mai 2014 gilt die Grenze von max. 7 Punkte. Ab dem 8. Punkt muss der Führerschein abgegeben werden. Meistens ist die Wiedererlangung dann nur mit einem pos. MPU-Gutachten möglich.

Krankheiten/körperliche Beeinträchtigungen:

wie z.B. fehlende Gliedmaßen, Gleichgewichtsstörungen, starke Schwerhörigkeit / eingeschränktes Sehvermögen, Diabetes, Herz- / Gefäßkrankheiten, Epilepsie, Querschnittslähmung…

Fehlende geistige Eignung:

Auch geistige Mängel (hohes Aggressionspotenzial, langsame Reaktionsfähigkeit, emotionale Instabilität, keine Selbstkontrolle…) können der Grund für eine Anordnung zur MPU sein.

Alternativen

Wenn Sie für 15 Jahre komplett auf Ihren Führerschein verzichten, können Sie diesen danach neu beantragt. Die MPU muss dann nicht mehr absolviert werden, da nach 15 Jahren i.d.R. die Verjährung eingetreten ist. Zum Ablauf findet zunächst eine schriftliche Befragung statt, dann die medizinische Untersuchung, sodann ein Leistungstests und anschließend die psychologische Untersuchung.

Dauer: Ca. 2,5 Std. (davon ca. 1. Std Gespräch mit dem Psychologen). Ihren Führerschein erhalten Sie nur bei einem pos. Gutachten zurück. Bei einem neg. Ausgang müssen Sie die MPU wiederholen.

Kosten: Die sind in der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr (GebOSt) gesetzlich festgelegt. Sie liegen in der Regel insgesamt zwischen 1.600 – 2.000 €.